Nachtigal-Denkmal

Vor den ehemaligen Wallanlagen am Tangermünder Tor liegt der Nachtigalplatz. Unter alten Bäumen steht hier ein Denkmal für den Afrikaforscher Gustav Nachtigal von dem Berliner Bildhauer Anders, 1891 errichtet und 1991 wieder aufgestellt. Gustav Nachtigal wurde als Sohn eines Pfarres in Eichstedt/Kreis Stendal am 23.02.1834 geboren und besuchte in Stendal das Gymnasium. Er studierte in Berlin, Halle, Würzburg und Greifswald Medizin. Ein schweres Lungenleiden veranlasste den Arzt, das klimatisch günstige Algerien aufzusuchen. Sein Verdienst bleibt es, die damals noch unbekannte Mitte der Sahara und den Sudan als Erster erforscht und die Verbindung zwischen dem östlichen und westlichen Sudan, zwischen den Tschadseeländern und dem Nilgebiet gefunden zu haben. Die Ergebnisse seiner Forschungsarbeit legte er vor in einem dreibändigen Werk „Sahara und Sudan“. 1884 sandte ihn Fürst Bismarck an die afrikanische Westküste, wo er in Kamerun die ersten Verträge mit Häuptlingen dort ansässiger Stämme abschloss und die deutsche Flagge hisste. An Bord des deutschen Kriegsschiffes „Möwe“ starb er am 20.04.1885. In Kamerun liegt er begraben.